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Veranstaltungsbericht zum 1. BME-Einkäufertag

Veranstaltungsbericht zum 1. BME-Einkäufertag auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover

Hannover

Hannover, 24.September 2018 - CTO Peter Hackl und Senior Advisor Bruno Bischinger hielten am 1. BME-Einkäufertag auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover einen Vortrag über "Digitalisiertes Supplier Relationship Management (SRM) – Die Verbindung der operativen mit der strategischen Welt". Unsere Präsentation können Sie HIER als Handout downloaden.

Hier finden Sie den exklusiven Veranstaltungsbericht des BME.

IAA Nutzfahrzeuge: Strukturwandel 4.0 im Einkauf

Internationale Megatrends wie Globalisierung und Digitalisierung machen auch vor der Nutzfahrzeugbranche nicht Halt. Vom rasanten Strukturwandel ist insbesondere der Einkauf betroffen.

„Driving tomorrow“ war das zentrale Motto der 67. IAA Nutzfahrzeuge, die vom 20. bis 27. September in Hannover stattfand. Dabei wurde deutlich: Mehr Aussteller, mehr Fläche und mehr Weltpremieren sind ein Beleg dafür, dass sich die gesamte Nutzfahrzeugbranche im Aufbruch befindet. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr die Zukunftsthemen Digitalisierung, Vernetzung, Automatisierung und Elektromobilität.

Der BME gab erstmals seine Visitenkarte auf der Leitmesse für Mobilität ab: Der 1. BME-Einkäufertag fand in enger Zusammenarbeit mit dem Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) statt. Zentrales Thema der Fachtagung für Automotive-Beschaffungsprofis war der „Strukturwandel 4.0 im Einkauf der Nutzfahrzeugindustrie“. Unter dem Motto „Synergien heben, Mehrwerte schaffen, Innovationen vorantreiben!“ gingen Vertreter  namhafter Automotive-Unternehmen wie MAN Truck & Bus, ZF, Daimler und BorgWarner unter anderem der Frage nach, wie sich der Unternehmensbereich Einkauf als Garant für den Gesamterfolg eines Produkts oder Projekts im Rahmen der Entwicklung von Nutzfahrzeugen der Zukunft erfolgreich positionieren kann.

Wie die Digitalisierung den Einkauf und die Zulieferqualität verändert, zeigte Simone Siemes, Senior Manager Strategy & Operations der Deloitte Consulting GmbH, in ihrem Vortrag. Danach biete das Internet of Things „hohes disruptives Potenzial entlang der gesamten Wertschöpfungskette und verändere die Art und Weise, wie wir zukünftig einkaufen“. Der Wandel erstrecke sich auf das gesamte Einkaufsspektrum und erfasse sowohl die Warengruppen als auch den Anfrage- und Vergabereifegrad. Darüber hinaus veränderten sich die Zusammenarbeitsmodelle, Aufgaben und Schnittstellen zwischen OEM und Lieferanten bzw. Partnern. Angesichts neuer Technologien wie dem Autonomen Fahren ergeben sich Siemes zufolge neue Handlungsbedarfe für den Einkauf. Diese erstreckten sich über alle Beschaffungsobjekte. Dazu zählten beispielsweise Daten, Internet-Plattformen, Apps und Fahrzeug-Software. Aktuelle Warengruppen wie Static mobility-, Dynamic mobility- oder Environment data würden künftig durch neue Warengruppen wie Customer data, 3D models oder Service Platforms ergänzt. Siemes sprach in diesem Zusammenhang von einem „digitalisierten Produktportfolio der Zukunft“.

Den Weg zur agilen Unternehmenskultur beschrieb Thomas Eisenbarth, Leiter Business Innovation der Daimler AG, in seinem Statement. Die konzernweite Initiative „Leadership 2020“ beschäftige sich seit Januar 2016 damit, über konkrete Maßnahmen einen Kulturwandel anzustoßen und zu unterstützen. Das betreffe Prozesse der Personalentwicklung und Entscheidungsfindung ebenso wie Organisationstrukturen, Arbeitsmethoden und -werkzeuge. Alle Inhalte würden in einem partizipativen, internationalen Prozess entwickelt. Direkt beteiligt seien mehr als 200 Mitarbeiter und Führungskräfte aller Ebenen, verschiedenen Alters und unterschiedlicher Nationalität, die sich in acht agilen Projektgruppen mit je einem konkreten Maßnahmenpaket beschäftigen. Mithilfe der neuen Unternehmenskultur sollen vor allem Synergien gehoben, Mehrwert geschaffen und Innovationen vorangetrieben werden. Eisenbarth nannte die Gründe für den angestrebten Wandel im Konzern. Dieser sei unerlässlich, weil „neue, sehr flexible und aggressive Wettbewerber den Markt durchdringen“. Im Zeitalter technologischer Transformation und Digitalisierung seien zudem hohe Investitionen notwendig. Daimler benötige ferner Kooperationen und Partnerschaften. Denn, so Eisenbarth weiter: „Ohne externe Expertise können wir nicht überleben.“ Der in Stuttgart ansässige Global Player brauche auch „mehr Kundennähe, um schnell die richtigen Angebote für radikale neue Kundenanforderungen zu entwickeln“. Last but not least „müssen wir unsere Geschäftsfelder so positionieren, damit wir auf plötzliche Trendwenden und unvorhersehbare Entwicklungen vorbereitet sind“, so Eisenbarth abschließend.

Auf die Bedeutung  des digitalisierten Supplier Relationship Management (SRM) ging Peter Hackl, CTO und Geschäftsführer der curecomp Software Services GmbH, ein. So ermögliche eine professionell digitalisierte Lieferkette die medienbruchfreie  Kommunikation aller ihrer Glieder zur Effizienzsteigerung und Beschleunigung der Arbeitsprozesse. Die Herausforderung für den Einkauf bestehe darin, dass sowohl eProcurement- als auch SRM-Lösungen mit starken Heterogenitäten umgehen können. Diese eSolutions müssen zudem in der Lage sein, den operativen Einkauf maximal zu automatisieren und diesen mit dem strategischen Einkauf zu verbinden.

„Unser Erfahrung zeigt, dass die digitale Supply Chain neben der physischen Supply Chain immer wichtiger wird“, erläuterte Hackl. Es sei in diesem Zusammenhang unbedeutend, ob es dabei um operative oder strategische Daten gehe. Alles Relevante müsse systemübergreifend verfügbar sein. Wichtig sei auch, die bestehenden Systemlandschaften zu integrieren und die Datenquellen und deren Datenhoheit zu definieren. Von großer Bedeutung für erfolgreiches digitales SRM sei laut Hackl „die Akzeptanz der Lieferanten“. Dazu müssten diese früh eingebunden werden und das System müsse einfach zu bedienen sein.

Frank Rösch, BME

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